Leserzuschriften
Liebe Leser/innen,
An dieser Stelle werden sämtliche Leserzuschriften der letzten Jahre veröffentlicht. Damit können all diejenigen, die mit einer älteren Ausgabe dieses Titels unterwegs sind, mögliche Veränderungen und Abweichungen nachvollziehen.
Bei Neuauflagen werden die Hinweise aus Leserzuschriften selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt.
Wanderführer Riesengebirge
 | 14.09.2010 |
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Wanderer mit langjähriger Tourenerfahrung im Riesen- und Isergebirge habe ich die Neuauflage des Rother Wanderführers mit Interesse erwartet und sofort erworben. Einerseits konnte ich zur Kenntnis nehmen, dass einige meiner Hinweise aus zurück liegenden Äußerungen aufgenommen wurden. Andererseits sind einige Informationen "stehen geblieben", was leider nicht immer für eine gründliche Recherchearbeit vor Ort spricht.
So fanden meine Hinweise zu verfügbaren Wanderkarten keine Aufnahme, was sehr zu bedauern ist. In der Anlage habe ich Kartenausschnitte zusammengestellt, die die Qualitätsunterschiede belegen. Es liegt zudem in der Natur der Sache, dass die verfügbaren Karten im Maßstab 1:25.000 (zwei Belegausschnitte anbei) mehr Informationen enthalten als Blätter in 1:50.000. Zudem sind laminierte bzw. auf wasserfestem Papier oder auch in Atlasform herausgegebene Produkte sowohl in Polen als auch in Tschechien auf dem Markt, die überall vor Ort und zudem preiswert zu bekommen sind. Im Übrigen hätte auch die Kartengrundlage für den Wanderführer dringend eine Auffrischung verdient, wie die schon lange abgeschaffte Ortsbezeichnung Bierutowice (anstelle von Karpacz Gorny) etwa auf Seite 93 belegt.
Besonders bedauerlich ist der Fakt, dass bei den Aufstiegshilfen auf Seite 12/13 und in der Folge auch bei der Tour Nr. 39 der Verweis auf den neuen Sessellift von Bad Flinsberg (Swieradow Zdroj) zur Heufuderbaude fehlt (Kartenausschnitt mit eingezeichneter Lage und Bildbeleg anbei). Insofern besteht nunmehr keine Veranlassung mehr, sich per Taxi nach oben fahren zu lassen.
Eine Wegänderung gab es zwischen Kopa (Bergstation des von Krummhübel (Karpacz) ausgehenden Liftes) zum Schlesierhaus (Bezug bei Tour 6). Hier wurde der ursprünglich hangquerende Pfad (schwarz) nunmehr auf dem kürzesten Weg und sehr bequem zur Kammstraße geführt ("Droga Rataja" - Kartenausschnitt); die geringfügig längere Wegstrecke wird durch den vorzüglichen Ausbaustandard wettgemacht.
Etwas abenteuerlich sind einige angegebene Wegzeiten, zumal meine letzten Hinweise dazu nicht aufgegriffen wurden. Um es vorab zu sagen - jede Tour im Riesen- und auch im Isergebirge ohne Auf- oder Abstiegshilfe zum Kamm- und Gipfelbereich erfordert die Bewältigung von 700-800, punktuell bis zu 1000 Höhenmetern in beiden Richtungen. Das sind beim besten Willen keine Halbtagstouren - die Gebirge werden dadurch "klein gemacht", mit der Folge, dass der überwiegende Teil der Wanderfreunde die angegebenen Zeiten nicht schafft, vielleicht sogar falsch plant und dadurch in größte Schwierigkeiten kommen kann. Ich halte den Ansatz von Herrn Pollmann, mit 400 Höhenmetern im Aufstieg zu kalkulieren, schon für ambitioniert, und empfehle 300 Meter. Wenn dann der eigene Maßstab erkennbar nicht eingehalten wird wie etwa bei Tour 40, wird es problematisch. Hier werden für den Aufstieg ab Bily Potok zum Palicnik für 454 Meter eine Stunde angesetzt. Exemplarisch belege ich die Problematik mit den Touren 1 und 3, wo ich den Wanderführerzeiten die aus der vorzüglichen PLAN-Karte 1:25.000 gegenüber stelle. Nach meinen Erfahrungen sind diese Wegzeiten immer gut zu schaffen.
Tour 1 - Schreiberhau - Zackelfall - Reifträger
Schreiberhau - Zackelfall - Pollmann 0:40 h, PLAN 0:40 h (zusätzlich Zeitbedarf für Besichtigung Wasserfall - 0:15 h)
Zackelfall - Hala Szrenica - Reifträger - Pollmann 1:10 h, PLAN 1:30 h
Abstieg vom Reifträger zur Sessellift-Bergstation - Pollmann - nicht ausgewiesen, PLAN 0:15 h
Sessellift-Mittelstation - Schreiberhau - Pollmann 0:50 h, PLAN 0:55 h
Insbesondere der Abschnitt zwischen Zackelfall und Reifträger ist in der angegebenen Zeit nicht zu schaffen. Aus meiner Sicht wäre eine Zeitangabe von 3:30 h angemessen; selbst 4:00 h wären vertretbar.
Tour 3 - Reifträger - Schneegruben
Reifträger - Veilchenspitze - Teufelskanzel - Pollmann 1:10 h, PLAN 1:25 h
Teufelskanzel - Rozdroze pod Wielkim Szyszakem - Kochelteiche - Pollmann 1:15 h, PLAN 1:25 h
Kochelteiche - Schroniska pod Labskiem Szczytem - Reifträger - Pollmann 1.15 h, PLAN 1:40 h
Hier rechnet der Autor mit 3:40 h, PLAN mit aus meiner Sicht realistischen 4:30 h.
An anderen Stellen passt es durchaus besser (z.B. Tour 4 - Abschnitt Spindlerpass - Hohes Rad - Pollmann 1:50 h, PLAN 1:55 h, Tour 5 - Spindlerpass - Schlesierhaus - Pollmann 2:15 h, PLAN 2:10 h); der Zickzackweg auf die Schneekoppe ist mit 0:45 h sogar reichlich angegeben und in 0:30 h gut zu schaffen. Auch die Tour 26 (Krummhübel - Melzergrund - Schlesierhaus - Schneekoppe ist bei Pollmann mit 3:10 h gegenüber PLAN mit 2:40 h (gut zu schaffen) eher üppig kalkuliert. Ich bin alle Touren in den letzten Jahren bei etwa konstanter Form selbst gegangen und habe deshalb eine solide Vergleichsbasis. Das Problem ist offenkundig nicht, dass der Autor generell zu knapp plant, sondern offenkundig nicht immer die gleichen Maßstäbe angesetzt werden.
Dringend erforderlich ist der Hinweis, dass durch den Sturm Kyrill im Januar 2007 sowohl an der Nord- (z.B. oberhalb von Wysokie Most und im Melzergrund) als auch an der Südflanke (z.B. im Elbegrund) maßgeblich im Höhenintervall zwischen 900 und 1200 m Bergfichtenwälder gebietsweise flächig dem Windwurf zum Opfer fielen. Mancherorts liegen die Bäume heute noch kreuz und quer (Foto aus Elbegrund anbei). Wer das Pech (wie ich im letzten Jahr) hat, auch auf markierten Wanderwegen (Blau zwischen Przelecz pod Smielcem und Wysokie Most) bei frischem Oktoberschnee in ein solches Gebiet zu geraten, kann sich auf eine körperliche Grenzerfahrung einstellen.
Im Isergebirge wurde das Tal der Wittig (Smedava) zwischen Weißbach (Bily Potok) und Frydlant (Friedland) schwer durch das Hochwasser von Anfang August 2010 getroffen. Bei nächster Gelegenheit werde ich mich vor Ort umschauen, ob und ggf. welche Einschränkungen für Touren bestehen.
Bei der Tour 36 ist der Direktaufstieg ab Smedava (Wittzighaus) zum Sieghübel (Jizera) zwar noch möglich, aber nicht markiert und auch nicht zu empfehlen (Abstecher gelb ab Hauptweg E3 ist gut zu begehen, wenn auch Hin- und Rückweg identisch). Den Direktweg ist nur bei Schneedecke (mit Schneeschuhen) im Abstieg eine Option.
Die auf Seite 103 immer noch getroffene Aussage zu weitflächig entwaldeten bzw. vom Waldsterben geprägten Hochlagen ist inzwischen deutlich zu relativieren; so ist der Gipfelbereich des Sieghübels bereits wieder deutlich bewaldet, auch wenn die Bestände noch Zeit zum Wachsen brauchen (Bildbeleg).
So viel für heute. Der kürzlich bei Freytag & Berndt Prag in tschechischer Sprache erschienene vorzügliche Wanderführer Rila/Pirin sollte ebenso wie der zur Mala Fatra recht bald auch als Ausgabe in deutscher Sprache erscheinen.
Mit freundlichen Grüßen, Prof. Dr. Andreas Berkner
 | 28.08.2010 |
Sehr geehrte Mitarbeiter des Wanderführers Rother,
da wir gerne im Riesengebirge/Iserergebirge wandern gehen, habe ich den Wanderführer zu meinen Geburtstag von Freunden geschenkt bekommen. In unseren Urlaub sind wir gleich
nach dem Wanderführer gelaufen. Bei der Wanderempfehlung Nr. 13 ist uns aufgefallen, dass die angegebene blaue Markierung im Dorf Benetzko inzwischen in eine rote Markierung geändert wurde. Wir sind mit den Wanderempfehlungen sehr zu Frieden gewesen und planen schon den nächsten Urlaub in dieser Region.
Mit freundlichen Grüßen, Bernd/ Beate Katzschner
 | 04.08.2010 |
Hallo,
wieder ein schöner WF (Ausgabe 2007) mit interessanten und abwechslungsreichen Touren.
Der Urlaub war in der 2. Junihälfte 2010.
Tour 14 Spindlermühle – Elbgrund – Elbquelle
Kurz vor der Elbfallbaude zweigt rechts ein kurzer Weg zum Elbfall ab.
Wenn man an der TV-Relaisstation zu den Schneegruben geht, übersieht man leicht die Abzweigung 'gelb'. Auf dem Weiterweg zum Hohen Rad ist jedoch nochmals ein Wegweiser, der einen wieder auf den richtigen Weg führt. Der Lift ist (nach Bedarf) von 8 bis 18 Uhr alle 30 Min. (ausser 12.30 Uhr) in Betrieb.
Tour 15 Spindlermühle – Spindlerpass – Martinsbaude
Der Wegverlauf ist am Start irritierend eingezeichnet. Der grüne Weg und der rote sind bis zur Abzweigung (nach der Kapelle) identisch. Der 'bequeme, fahrradfähige Weg' beginnt erst einige Minuten später. Für die Martinsbaude werden unterschiedlichen Höhenangaben gemacht (Text 1244 m, Grafik 1255 m). Der Lift ist (nach Bedarf) von 8 bis 18 Uhr alle 30 Min. (ausser 12.30 Uhr) in Betrieb.
Tour 17 Spindlermühle – Geiergucke – Planur
Die Keilbaude kommt im Text zu kurz. Die Gegend war ein fantastisches Blütenmeer.
Tour 22
Wenn man die tolle Gegend genießen will, dann ist das ein Tagesausflug.
Man kommt direkt zum Eingang am See, wenn man vom Parkplatz den Wegweisern Kasse/Information folgt. Die Bootsfahrt ist sehr interessant. Der Übergang zw. den Felsenstädten ist lang (ca. 45 Min.) und anstrengend (steile Wege und Stufen bis zu 40 cm). Die Wege (Stege, Treppen) sind dort teils in einem sehr schlechten Zustand. Der Bahnhof von Teplice ist nicht hinter dem gelben Haus oberhalb des Hotels Orlik, sondern auf der anderen Flussseite ca. 400 m in Richtung Adersbach (vom Parkplatz aus über die Brücke, dann links an der Straße entlang).
Tour 26 Krummhübel – Melzergrund – Schneekoppe (Aufstieg)
Der Eintritt in den Nationalpark (nahe Hotel Orlinek) kostet derzeit 5 Zly (Tageskarte).
Tour 27 Krummhübel – Dreisteine – Kleiner Teich (Abstieg über Wang-Kirche)
Das Gehen auf den gepflasterten oder steinigen Wegen und Straßen ist auf die Dauer sehr anstrengend (auch Tour 26).
Tour 29 Hain – Baberhäuser – Mittagstein
Wg. Regen sind wir nur zum Wasserfall (10 Min.). Zurück sind wir über den Weg 'schwarz'. Der Weg ist in Gegenrichtung nicht zu empfehlen, da er teilweise sehr steil und etwas unwegsam ist.
Tour 33 Schreiberhau – Kochelfall – Alte Schlesische Baude
Auch hier ist der Eintritt für den Nationalpark zu entrichten. Im Text steht 10 Min. bis zum Kochelfall, in der Grafik 15 Min. Es sind gut 5 Min. Der 'historische Handelsweg' ist mehr ein ausgewaschenes Bachbett als ein Weg.
Tour 37 Schreiberhau – Hochstein – Zuckerschüssel
Bei den Moltkefelsen hat man keine Aussicht, da alles zugewachsen ist.
Die Gehzeit vom Bahnhof Szklarska Poreba Dolna zurück zum Ausgangspunkt ist falsch. Da fehlen mind. 20 Min. Auf diesem Abschnitt geht es ständig auf und ab und dadurch kommt man auf mehr als die angegebenen 100 Höhenmeter. Es sind knapp 200 Hm. Dadurch ist auch der Gesamthöhenunterschied entsprechend mehr.
Die Wegbeschreibung nach der Kirche von Oberschreiberhau ist nicht ganz klar. Besser wäre: ... Straße Wyszynskiego, am Friedhof vorbei und folgt dem Straßenverlauf über die Brücke über das Bahngleis. Weiter geht’s auf der Straße parallel zum Gleis bis zur Unterführung ...
Die Touristenkarte "Polskie i Czeskie Karkonosze" 1:25000 von Galileo gibt’s für ca. 2€ und enthält auch Gehzeiten.
Schöne Grüße, Stefan Wirrer
 | 28.06.2009 |
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben das Riesengebirge besucht und einige Hinweise zu Ihrem Rother Wanderführer:
- Alle Wege zum Hohen Rad sind gesperrt. Diese Absperrungen werden von niemanden ignoriert. Das Hohe Rad als Aussichtsberg steht daher nicht mehr zur Verfügung.
- Der Sprindlerpass kann auch mit dem eigenen Auto angefahren werden. Dazu müssen in dem Häuschen bei der Schranke (oberhalb von Spindlermühlen) 300 Kronen bezahlt werden. Das Ticket berechtigt auch zum Parken am großen Parkplatz am höchsten Punkt der Straße. Ein Taxi ist auch nicht billiger. Wir haben für eine einfache Fahrt mit Taxameter vom Hotel Zatisi zum Pass 350 Kronen bezahlt.
- Tour 22 Felsenstädte. Beim Eingang gibt es zur Eintrittskarte jeweils ein Faltblatt in deutsch (kostenlos). Indem sind alle wichtigen Felsen beschrieben und ein Rundweg dokumentiert.
Mit freundlichen Grüßen, Manfred Hanika
 | 09.03.2008 |
Für das Wandergebiet Isergebirge ist 2007 beim Verlag ROSY Melnik eine ausgezeichnete Wanderkarte im Maßstab 1:25.000 erschienen, die von Frydlant (Friedland) und Swieradow Zdroj (Bad Flinsberg) bis nach Liberec (Reichenberg) und Rokytnice nad Jizerou reicht. Ein 40 Seiten umfassendes Beiheft in deutscher Sprache informiert über alle Sehenswürdigkeiten im Wandergebiet. Das Kartenblatt ist vor Ort, am besten in Liberec, problemlos und preiswert zu bekommen.
Bei der Wanderung Nr. 41 „Weißbach – Schwarzbach – Friedländer Zinnen“
wird in der Beschreibung nicht hinreichend deutlich, dass es insgesamt vier lohnenswerte, aber auch Kraft und Zeit kostende Abstecher gibt:
- Schwarzbachfall (Zeitaufwand ca. 15 min, zusätzlicher Höhenunterschied ca. 50 m)
- Hajni kostel („Felskirche“) mit gesichertem Schlussanstieg (Zeitaufwand ca. 20 min, Höhenunterschied ca. 80 m)
- Friedländer Zinnen mit gesichertem Schlussanstieg (Zeitaufwand ab Sattel 10 min, Höhenunterschied ca. 20 m)
- Mittagsteine (Zeitaufwand ca. 5 min, Höhenunterschied 10 m)
Bei deren (unbedingt empfehlenswerter) Berücksichtigung ist der Zeitansatz von 4 h 15 min für die gesamte Tour sehr knapp. Der gelbe Weg über Friedländer Zinnen und Mittagsteine ist recht „naturbelassen“, immer wieder durch Tothölzer belegt und insbesondere im Spätwinter bei noch vorhandenen Schneeflecken stellenweise leicht zu übersehen. Ich schätze ein, dass eine Zeitangabe von 5 h 00 min besser passt; auch 5 h 30 min erscheinen nicht als zu lang.
Im übrigen empfehle ich, die Tour dahingehend zu modifizieren, in Haindorf (Hejnice) an der Wallfahrtskirche (Parkplatz) zu beginnen, dann wie beschrieben durch das Schwarzbachtal und über Friedländer Zinnen, Mittagssteine (ggf. unmarkierte Abkürzung nach letzteren auf breitem Weg nach Süden) und „Na kneipe“ zu laufen, aber im Abstieg entweder aussichtsreich über den Oresnik (Nussstein – Markierung rot) oder recht bequem und romantisch durch das Stolpich-Tal und über Ferdinandov zum Ausgangspunkt abzusteigen (Markierung gelb/grün). Auf diese Weise lassen sich die Touren Nr. 41 und 42 in bester Weise miteinander verknüpfen. Zudem sind die Gebirgsränder landschaftlich eindrucksvoller als die Hochfläche. Mit Verlaub gesagt sind auch die 3 h 30 min für Tour 42 sehr sportlich. Ich halte für diese 4 h 00 min für angemessen und gehe davon aus, dass „meine“ Variante mit dem Abstecher zur Jizera (Sieghübel) einen Zeitrahmen von etwa 7 h 30 min beansprucht und damit einen Tag bestens und mit viel Genuss ausfüllt.
Prof. Dr. Andreas Berkner
 | 02.01.2007 |
Sehr geehrte Damen und Herren,
zur ansonsten ordentlichen 3. Neuauflage des Wanderführers „Riesengebirge“ ist zunächst zum Komplex „Wanderkarten“ auf Seite 11 darauf hinzuweisen, dass bei allem Verständnis für das Bewerben der Karte 1:50 000 WKCZ 1 von Freytag und Berndt deutlich besseres einheimisches Material verfügbar ist. Dies sind
- der Krkonose Riesengebirge Atlas 1:25 000 des Verlags ROSY Melnik (Erläuterungstexte tschechisch und deutsch), ISBN 80-86170,
- die auf dem gleichen Kartenmaterial basierende Reihe aus drei Einzelblättern (zapad, stred, vychod) sowie
- die Karte „Polskie i Czeskie Karkonosze“ 1:25 000 von Galileos und PLAN Jelenia Gora.
Die letztere Karte, die das gesamte Riesengebirge komplett abdeckt und jährlich aktualisiert herausgegeben wird, zählt für mich zu den besten Wanderkarten weltweit (u.a. detaillierte Zeitangaben an allen markierten Wanderwegen). Alle Karten sind vor Ort im Buchhandel, die sowohl in Polen als auch in Tschechien bestens bestückt sind, und in Kiosken für relativ wenig Geld zu bekommen.
Die beste Wahl für Isergebirge und Jested (Jeschken) sind die Karten der Edice Klubu Ceskych Turistu
- Nr. 14 – Luzicke hory 1:50 000,
- Nr. 21/22 – Jizerske hory a Frydlantsko 1:50 000,
- Jestedsky hrbet 1:25 000 und
- Jizerske hory - jih 1:25 000
Sehr empfehlenswert ist auch die Karte
- Gory i Pogorze Izerskie 1:40 000 von PLAN Jelenia Gora
Neue Produkte auch im Maßstab 1:25 000 sind in nächster Zeit zu erwarten. Viele Titel sind auch in Deutschland beziehen.
Bei den beiden Sesselliften zum Reifträger (Szrenica) und zur Kleinen Koppe (Kopa) sollte darauf hingewiesen werden, dass diese selbst im Hochsommer zumeist recht früh ihren Betrieb einstellen – gegen 16.00 Uhr. Ich habe selbst nach einer langen Kammtour (Aufstieg von Krummhübel auf die Schneekoppe, gesamter Kamm bis zum Reifträger) an einem recht heißen Junitag Glück gehabt, dass sich die Betreiber um 16.15 Uhr noch zu einer Talfahrt erweichen ließen. Ansonsten wären noch sportliche eineinhalb Stunden Abstieg bis nach Schreiberhau zu bewältigen gewesen. Es ist einfach ärgerlich, nach einer langen Tagestour die letzte Fahrt um wenige Minuten zu verfehlen.
Zu Klima und Wetter ist darauf zu verweisen, dass die Homepages www.wetter.de bzw. www.wetteronline.de zuverlässige Informationen und Vorhersagen bieten, wobei die letztere auch Links zu Webcams aufweist. Nicht fehlen sollte ein Hinweis dahingehend, dass einerseits schon Mitte Oktober heftige Wintereinbrüche mit Schnee und Frost am Kamm auftreten können, andererseits aber auch grandiose „goldene“ Herbsttage mit Inversionswetterlagen und Fernsicht vom Feinsten möglich sind, unter Umständen auch an zwei aufeinander folgenden Tagen, wie 2004 erlebt. Im Isergebirge hatte ich Ende April 2006 von Heinsdorf aus glücklicherweise die Schneeschuhe dabei, die ich dann für geschlagene fünf Stunden zwischen Nußstein (Oresnik), Sieghübel (Jizera) und Wittighaus (Smedava) brauchte, um über bis zu einem Meter mächtigen Sulzschnee bei fast schon frühsommerlichen Temperaturen voran zu kommen.
Die futuristische Baude auf der polnischen Seite der Schneekoppe fanden wir selbst im letzten Februar tief verschneit, aber geöffnet und mit ordentlichem Service zwischen Bigosz und Glühwein vor.
So viel von meiner Seite in der Hoffnung, damit Wanderfreunden in Riesen- und Isergebirge noch einige Tips geben zu können.
Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für ein gutes Wanderjahr 2007
Dr. habil. Andreas Berkner