Leserzuschriften



Liebe Leser/innen,
An dieser Stelle werden sämtliche Leserzuschriften der letzten Jahre veröffentlicht. Damit können all diejenigen, die mit einer älteren Ausgabe dieses Titels unterwegs sind, mögliche Veränderungen und Abweichungen nachvollziehen. Bei Neuauflagen werden die Hinweise aus Leserzuschriften selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt.

Gebietsführer Walliser Alpen
30.08.2009

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

nach einer mit Ihrem Führer geplanten Tourenwoche im Wallis habe ich einige ungenaue, bzw. falsche Angaben in Ihrem Führer entdeckt, die ich Ihnen zur Verbesserung weiterer Auflagen gerne mitteilen möchte.

Tour 781, Aufstieg zur Monte Rosa Hütte
Der unter 782 beschriebene Weg von der Station Rotenboden ist dort auf einem Schild mit 3h, statt wie in Ihrem Führer 2 h angegeben. Aufgrund des Rückgangs des Gletschereises sind diese 3 h auch das mindeste was man an Zeit benötigt, der Schlussanstieg zur (alten) Hütte beträgt auch nicht 100m wie im Führer vermerkt sondern nach meinem Höhenmesser rund das Doppelte. Ferner sollte bei einer Überarbeitung die neue Monte Rosa Hütte, die dieses Jahr eröffnet werden soll, erwähnt werden. Dorthin dürfte die Anstiegsdauer von der Station Rotenboden gut 3,5 h betragen.

Zum am Ende von 782 beschriebenen Zustieg über das Gletschertor:
Am Ende des in den Karten eingezeichneten Weges von FURI ist das Gletschertor mittlerweile nicht mehr sichtbar. Ferner sieht man nur die Schlucht mit dem Bach, der vom Gletscher herabführt. Diese ist jedoch nicht gangbar. Um zum Gletscher zu gelangen, muss man ca. hundert Meter vor dem Ende des Pfades auf einem kleinen Steig (keine Markierungen oder Steinmänner, diese sind erst weiter oben zu finden) die Schlucht links oberhalb umgehen. Dazu steigt man rund 50 hm auf dem Steig aufwärts bis man oberhalb der ersten Felsstufe in südöstlicher Richtung weiter zum Gletscher wandern kann. Hier oben sind dann auch große Steinmänner zu finden. Wer diesen Weg nicht kennt, hat echte Schwierigkeiten zum Gletscher zu gelangen, da der Weg auch in keiner Karte eingezeichnet ist. Wie der Aufstieg über den gesamten Gletscher von FURI zur Hütte in 4 h bewältigt werden soll ist mir schleierhaft. Alleine der Übergang von FURI zum Gletschertor dürfte rund 2h in Anspruch nehmen, der Weg über den Gletscher und der Schlussanstieg zur Hütte (rd 200hm)sollte mit mindestens 3h angegeben werden, was auch nur klappen dürfte wenn man den optimalen Weg über den Gletscher erwischt und keine Umwege wegen der tiefen Bacheinschnitte nehmen muss.

Tour 786 Gandegghütte von der Station Rotenboden
Diese Tour haben wir ab der Monte Rosa Hütte begangen. Die Tourenbeschreibung enthält meines Erachtens einige Fehler. Die beschriebene Querung zum Nordfuß des Tiftji auf rund 2450 m dürfte in der Praxis nicht mehr möglich sein. Hier wäre eine rund 30m tief eingeschnittener Bach zu queren, was einem Ab- und Aufstieg in den steilen Eishängen erforderlich machen würde. Besser ist hier, wenn man der Skiroute folgt. Dazu muss man zunächst auf rund 2300 m absteigen, um den Bach zu queren der dort unterhalb des Eises verläuft. Anschließend hält man sich links der vom unteren Theodulgletscher herabfließenden Bäche und steigt über die Moränen rund 400 hm auf bis man die Bäche problemlos queren und auf den Theodulgletscher übergehen kann. Diesen folgt man durch recht unübersichtliches Gelände (rechts des Eisbruches) bis zu seinem rechten Ufer auf rund 2700 hm, dort wird die Eisfläche wieder glatter und besser gangbar. Der in der Tourenbeschreibung angesprochene Triftjigletscher wird meiner Meinung nach nicht betreten. Als Zeit würde ich mindestens 5h veranschlagen, wie auch für den Übergang von der Monte Rosa Hütte. Auch diese Zeit ist nur zu schaffen, wenn man den optimalen Weg erwischt und keine Verhauer am Gletscher fabriziert.

Tour 793 Rif Guide del Cervino
Hier sollte vielleicht der Hinweis aufgenommen werde, dass auch im Skigebiet die ein oder andere Gletscherspalte lauert (wir haben sie gefunden) und deshalb angeseilt werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen, Gerd Rauer
01.08.2006

Sehr geehrter Herr Waeber,

wir wollten neulich als Tagestour zum Refuge des Bouquetins. Aufgrund der "eisfreien" Beschreibung in obengenanntem Führer, Jahrgang 1999, und weil mein Mann keine Gletschererfahrung hat, haben wir keine Gletscherausrüstung mitgenommen.
Der Zugang hat sich aber wohl geändert.
Unterhalb der Betonbögen von Bauten der Grande Dixence geht der ausgeschilderte Weg nach rechts, leicht abfallend, dann unter einem Felsriegel vorbei, in der Nähe des Gletscherabflusses des Haut glacier d'Arolla. Dort geht es über eine Leiter am Spülauslass eines Sandfangs vorbei, die gelben Warnschilder sind schon von weit weg zu sehen. Und dann steht man im Talboden unterhalb des Haut glacier d'Arolla, es geht einen gut markierten Weg entlang bis zur Gletscherzunge, und über die Mittelmoräne auf diesen hinauf, aufgrund des unter dem ganzen Schotter versteckten Toteises ist es gar nicht so leicht zu sagen, wo der Gletscher überhaupt anfängt. Wir konnten im "gut gestreuten" Bereich rechts (westlich)neben der Mittelmoräne auch ohne Steigeisen ein ganzes Stück den aperen Gletscher hoch gehen, dort ist auch mit "Dreifüssen" aus Blau-Weissen Stäben der Weg markiert. Wir sind dann wegen Schlechtwettereinbruch (Gewitter um viertel vor zwölf) nicht ganz bis zum Refuge gegangen, so dass ich nicht genau sagen kann, wie der Weg weiter geht. Den im Führer beschriebenen Weg konnten wir nirgends erkennen, nur kurz hinter den Plans Bertol schienen rückblickend vom Gletscher Wegspuren auf der alten Moräne erkennbar. Im weiteren Verlauf der Moräne waren dann aber nur glatte Schotterfelder zu sehen, vor allem unterhalb der Seitengletscher. Die ganze Moräne sieht auch so bröselig und rutschig aus, dass ich da nicht unbedingt drauf laufen möchte...Der Gletscher scheint in den letzten Jahren stark zurückgegangen zu sein, was wahrscheinlich die Moräne instabil gemacht hat.
Unten aus dem Talboden des Haut Glacier d'Arolla ging ein weg ab, der in Richtung Plans Bertol anstieg, ich vermute, dass er zur Cabane Bertol oder deren Zugang geht.
Voilà, nur als Anregung für die nächste Ausgabe - falls die nicht schon stattgefunden hat, und da der neue Weg dringestanden wäre - unser Führer ist ja schon 7 Jahre alt.

Mit freundlichen Grüssen, Uta Moerschell