Leserzuschriften



Liebe Leser/innen,
An dieser Stelle werden sämtliche Leserzuschriften der letzten Jahre veröffentlicht. Damit können all diejenigen, die mit einer älteren Ausgabe dieses Titels unterwegs sind, mögliche Veränderungen und Abweichungen nachvollziehen. Bei Neuauflagen werden die Hinweise aus Leserzuschriften selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt.

Alpenvereinsführer Sextener Dolomiten
09.10.2002

Guten Tag!

Mein Name ist Helmut Rauchegger. Ich komme aus Sexten und bin Bergführer. Ich habe gehört, daß der AV-Führer Sextener Dolomiten neu aufgelegt wird. Auch ich habe einige Vorschläge für redaktionelle Änderungen bzw. Neuaufnahmen:

Route Nr. 2012 (im AV-Führer Sextener Dolomiten 2. Auflage von 1988)
Couloir Countandin:
Dieses Couloir hat jetzt auch eine Begehung im Aufstieg, denn bekanntlicherweise wurde es ja sozusagen im Abstieg durch den Alpinisoldaten Coutandin erstbegangen.

Erstbegehung des Couloir Coutandin im Aufstieg am 20.05.2001 durch Rauchegger Helmut, Rainer Josef und Tschurtschenthaler Michael.
Beschreibung: Steile Firnrinne zur Forcella 15 im NW Grat - durchschnittliche Neigung 50° - stellenweise bis 65°. Einstieg kann bei geringer Schnee- bzw. Eislage felsig sein und stellt dann die Schlüsselstelle der Route dar. Frühzeitiger Einstieg und Temperaturen um den Gefrierpunkt sind wegen der frühen Sonneneinstrahlung im Gipfelbereich des Grates und der damit verbundenen erheblichen Steinschlaggefahr, unerläßlich. Steigeisen u. Eispickel notwendig. Die Erstbegeher wählten als Abstieg die Route 2010, die sich im Frühling/Frühsommer als Firnrinne (Neigung um 50-55°) präsentiert und gelangten so auf den Alpiniweg. Diese Kombination stellt eine interessante, hochalpine Überschreitung im Bereich des Elfermassives dar. Der Einsatz von Skiern beim Abstieg von der Elferscharte kann vorteilhaft sein.
Optimale Jahreszeit: Frühling bis maximal Frühsommer. Von Begehungen im Sommer wird abgeraten.

Mit freundlichen Grüßen
Rauchegger Helmut
23.08.2002

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Richard Goedeke,

bei meinen Dolomitenferien in den letzten Jahren war immer der AV-Führer "Sextener Dolomiten", der "Goedeke", ein treuer und unverzichtbarer Begleiter (immer wieder per Fernleihe aus unterschiedlichen Stadtbibliotheken ausgeliehen, da vergriffen). Nach den diesjährigen Bergwochen habe ich für die Neuauflage Vorschläge zu einigen redaktionellen Änderungen. Die untenstehenden Randzahlen beziehen sich auf die Auflage von 1983.

36, 37 Schwalbenjöchel
Der alte Steig durch das Bulltal ist neuerdings durch große Murenabgänge auf weiten Strecken zerstört. Ein Weiterkommen ist hier am Besten im Bachbett im Talgrund möglich.
Vom Schwalbenjöchel absteigend ist an zwei Stellen Vorsicht geboten. Im latschenbewachsenen Blockgelände verliert sich der Steig, hier eher an der orografisch rechten Talseite halten (irritierende Steinmännchen weisen nach links in Abbruchgelände!). Weiter unten wieder besserer Steig durch Latschengelände, das allerdings den Blick auf eine gefährliche Abbruchkante bis zuletzt versperrt. Hier links hinunter in den Talgrund und ihm folgend bis zu den Bunkern.

51 Haunold, Normalweg von Süden Tip: ... Kohlapelscharte ...
Mag bei genügend Firn wirklich eine nette Alternative sein, bei Ausaperung kann von dieser Zugangsmöglichkeit wegen großer objektiver Gefahren in der Rinne vom Birkenschartel zur Kohlapelscharte allerdings nur herzhaft abgeraten werden, da die Rinne im oberen Teil mit allerlei Bruch gefüllt ist, der sich bei Berührung sofort in Bewegung setzt, außerdem hohe Steinschlagtätigkeit aus den Wänden.

91 (A) Haunold-Südgipfel von Süden und Osten
Für den Zugang von der Birkenscharte zur Kohlepelscharte gilt das unter l 51 gesagte entsprechend. Die nordseitige Rampe aus dem Köhlenbrennergraben konnte nicht überprüft werden.

361 Rautkopf Von Westen (ehemalige Ortschaft Höhlenstein, Festungsanlagen)
Vom der Straße am nächsten stehenden Bunker auf gut erhaltenem Kriegssteig in vielen Kehren hinauf zu P 2175 (Reste von Unterständen und Seilbahnstation) - 2 Std. Nun auf deutlich mehr verfallenen Steig zunächst östlich, dann südlich um den Berg herum ansteigen zu Schulter mit vielen Kriegsresten (ca 2500 - 1 ¼ Std.). Von dort nördlich durch breite Schuttrinne bis in Scharte, kurz westlich queren und mühsam weitere Lockerschuttrinne (Kriegsreste) hinauf und gestuft zum Gipfel.

362 A Abstieg
Aus der Scharte nördlich oberhalb der Schulter (ca 2500m, s.361) schnelles Abfahren in Lockerschutt bis auf den oberen Talgrund des Bulltals zu schwach erkennbarem Steig. Wo dieser sich im latschenbewachsenen Blockgelände verliert, eher orografisch rechts halten. Weiter unten wieder Steig bis kurz vor Muhrenabbruch (Vorsicht!). Links hinunter in Bachbett und auf seinem Grunde hinab bis zu den Bunkern. Auf Kriegsstraße zur Höhlensteinstraße.
Alternative: Von der o.g. Schulter laufen alte Kriegssteige nach Osten Richtung Schwalbenjöchel. Zustand der Steige nicht bekannt. Von diesem Steig aus gibt es die Möglichkeit, durch Schutt direkt in das Rienztal abzusteigen zu l 772. Einzelheiten unbekannt.

In der Hoffnung, brauchbare Beiträge geleistet zu haben, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Ansgar Schmeier